VivaTech 2026: Was Europa jetzt braucht, ist nicht nur mehr KI – sondern mehr demokratische Innovationskraft
Europa blickt häufig mit einer Mischung aus Bewunderung und Sorge auf die globale KI-Entwicklung. Mein Besuch der VivaTech 2026 in Paris hat diesen Eindruck bestätigt – aber auch Hoffnung gemacht. Mit über 180.000 Besucherinnen und Besuchern, Tausenden Start-ups und den wichtigsten Technologieunternehmen der Welt war die Messe erneut der Treffpunkt für alle, die die Zukunft gestalten wollen. Deutschland war in diesem Jahr offizielles Partnerland – ein starkes Signal für die europäische Innovationskraft. (Vivatechnology)

Was mich jedoch am meisten beeindruckt hat, waren nicht die neuesten Modelle oder spektakulärsten Demos. Es waren die großen Fragen, die zwischen den Zeilen immer wieder auftauchten:
Digitale Souveränität ist zu DER geopolitischen Frage geworden
Ein Panel zur „Europe’s Space Sovereignty Challenge“ machte deutlich: Europa diskutiert nicht mehr nur über Wettbewerbsfähigkeit, sondern über strategische Handlungsfähigkeit. Raumfahrt, Halbleiter, Cloud, KI und Dateninfrastruktur werden zunehmend als kritische Infrastruktur verstanden.
Die Botschaft war eindeutig: Wer die technologische Infrastruktur kontrolliert, prägt künftig auch wirtschaftliche und politische Gestaltungsspielräume.
KI wird zur neuen Infrastruktur
Ob Aidan Gomez (Cohere), Joe Tsai (Alibaba) oder zahlreiche Gründer – nahezu alle Gespräche drehten sich um dieselbe Entwicklung: KI ist keine einzelne Technologie mehr, sondern wird zur Basistechnologie nahezu aller Branchen.
Besonders spannend war dabei weniger die Frage nach dem leistungsfähigsten Modell als nach den Voraussetzungen für Vertrauen:sichere Datenräume
- offene Standards
- europäische Infrastruktur
- verantwortungsvoller Einsatz
Indien denkt größer als Europa
Die Rede des indischen Premierministers Narendra Modi war bemerkenswert. Während Europa häufig über Regulierung spricht, präsentierte Modi eine Vision von Technologie als gesellschaftlichem Entwicklungsprojekt. Sein Leitmotiv „AI for All“ verbindet wirtschaftliche Dynamik mit gesellschaftlichem Nutzen und internationaler Kooperation. (The Economic Times)
Das war weniger eine Produktpräsentation als eine geopolitische Standortbestimmung.
Was bedeutet das für eKairos?
Für mich wurde in Paris nochmals klar: Die eigentliche Herausforderung besteht nicht darin, immer leistungsfähigere KI zu entwickeln.
Die entscheidende Frage lautet:
Wie helfen wir Menschen, mit dieser neuen Intelligenz gemeinsam bessere Entscheidungen zu treffen? Genau hier setzt eKairos an.
Während viele Unternehmen KI zur Automatisierung nutzen, entwickeln wir mit EchoPolis eine Infrastruktur für demokratische Teilhabe und kollektive Intelligenz.
Unser Ziel ist nicht, Menschen zu ersetzen.
Unser Ziel ist es, Menschen besser miteinander ins Gespräch zu bringen.
Denn Demokratie scheitert heute selten am Mangel an Informationen.
Sie scheitert häufig daran, dass wir unterschiedliche Perspektiven nicht mehr produktiv zusammenführen.
Mein wichtigstes Learning
Ich bin aus Paris mit einer einfachen Überzeugung zurückgekehrt: Europas Zukunft entscheidet sich nicht allein daran, ob wir eigene KI-Modelle entwickeln.
Sie entscheidet sich daran, ob wir Technologien schaffen, die Vertrauen stärken, Zusammenarbeit ermöglichen und demokratische Legitimation fördern. Genau darin sehe ich die Aufgabe von eKairos.
Nicht nur Artificial Intelligence zu entwickeln.
Sondern Collective Intelligence.
Denn die Zukunft gehört nicht den lautesten Algorithmen. Sie gehört den Gesellschaften, die lernen, Technologie und menschliche Urteilskraft miteinander zu verbinden.

